Aktuelles
 04 Oktober 2018

Der Kosmos des Klosters Neuzelle
Kartographisches Meisterwerk kehrt nach 200 Jahren zurück


Der Stiftsatlas von 1758 kehrt nach 200 Jahren für drei Wochen ins Kloster Neuzelle zurück. Das Original wird vom 08. Oktober 2018 bis zum 30. Oktober 2018 im Kalefaktorium des Klosters Neuzelle gezeigt. Eingeleitet wird die Ausstellung am 07. Oktober 2018 mit Vorträgen vom Leiter der Kartenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin Wolfgang Crom, dem Leiter des Verlages für Berlin-Brandenburg André Förster und dem Bistumsarchivar Dr. Winfried Töpler. Die Ausstellungseröffnung beginnt um 15.30 Uhr.

Das kartographische Meisterwerk zeigt den Grundbesitz des Klosters Neuzelle in colorierten Zeichnungen. Das Werk ist von großer regionaler und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Es belegt die land- und forstwirtschaftlichen Flächen, die Dörfer und Wirtschaftsbetriebe, Mühlen und Forsthäuser, die in der Mitte des 18. Jahrhundert zum Kloster Neuzelle gehörten. Der Atlas zeigt den Kosmos des Klosters Neuzelle als agrarisch genutzte Kulturlandschaft und wirtschaftlich autarke Einrichtung.

Grundlage für den Atlas bilden die Vermessungen während der Amtszeit der Äbte Martinus (1727-1741 und Gabriel (1742-1775). Nach Kriegsverlusten im 30-jährigen Krieg und Verpfändungen hatte das Kloster eine Vielzahl seiner Liegenschaften wieder erwerben. Zur Bestandssicherung diente auch die Vermessung und Beschreibung der Vermögenswerte. Für seine Zeit bietet der Atlas bereits eine ausgezeichnete Messgenauigkeit.

Bei der Auflösung des Klosters 1817 ist der Atlas offenbar in private Hände gelangt. 1911 wurde er von der Bezirksregierung Frankfurt (Oder) erworben und gelangte auf diese Weise in die damalige Königliche Bibliothek in Berlin, die später zur Staatsbibliothek umfirmierte. Dort wird der Atlas in der Kartenabteilung aufbewahrt.

Der Kartenband enthält 94 Abbildungen darunter Flurkarten aller Stiftsdörfer, Übersichtskarten von Böhmen, Mähren und der Lausitz, Wappentafeln, Urkundenabschriften, Klosteransichten sowie einen Generalplan des Stiftes. Der Textband enthält Auszüge aus Vermessungsregistern, wobei der Klosterbesitz, Vorwerke, Stiftsregalien, Bauern- und Kossätenhöfe besonders ausgewiesen sind.

Bei der Wiederherstellung des Klostergartens, der Gestaltung weiterer Außenflächen wie Stiftsplatz und Scheibe und für die Gebäudesanierung, seit den 1990er Jahren von der Stiftung Stift Neuzelle durchgeführt werden, ist insbesondere die Karte der Klosteranlage die wichtigste Quelle.

Die Ausstellung fügt sich ein in die neugestaltete Kreuzgangausstellung. In einer Bildschirmdarstellung sind alle Karten des Stiftsatlasses auch digital zu betrachten.

Der Verlag für Berlin-Brandenburg hat ein Faksimile des Stiftsatlasses publiziert, das für eine Schutzgebühr von 19,90 EUR in der Ausstellung erworben werden kann.

Weitere Meldungen

08 Oktober 2018
Szenenwechsel im Himmlischen Theater: Jesus vor Kaiphas folgt auf Weltgericht weiterlesen

05 Oktober 2018
16.000 Notenhandschriften in Neuzelle: Chorbibliothek der Stiftskirche St. Marien ist jetzt digitalisiert weiterlesen

04 Oktober 2018
Der Kosmos des Klosters Neuzelle Kartographisches Meisterwerk kehrt nach 200 Jahren zurück weiterlesen