Aktuelles
 05 Oktober 2018

16.000 Notenhandschriften in Neuzelle:
Chorbibliothek der Stiftskirche St. Marien ist jetzt digitalisiert


Sie fristeten ein Schattendasein, die 400 handschriftlichen Werke mit 16.000 Notenblättern, die in den Räumlichkeiten der Stiftskirche St. Marien verwahrt werden. Heute spiegeln sie fast 300 Jahre Musikgeschichte und lokale Aufführungspraxis in Neuzelle wieder. Dabei handelt es sich vor allem um sakrale Musik wie Messen, Kirchenlieder und Chorwerke, die in Abschriften vorliegen. Aber auch volkstümliche Weisen oder Arien von Wolfgang Amadeus Mozart und anderen weltberühmten Komponisten sind ebenfalls in Abschriften vorhanden. Die umfangreiche Chorbibliothek wurde im Zuge der barocken Überarbeitung des Klosters Neuzelle im 18. Jahrhundert begründet und ist ein weiteres Beispiel für den repräsentativen Ausbau des Klosters Neuzelle.

Dieser Bestand ist bisher kaum bekannt, in der Literatur wird er nicht erwähnt. Dabei handelt es sich bei dem Notenarchiv im Kloster Neuzelle um einen weitgehend geschlossenen Sammelbestand, der einen guten Eindruck in die musikalischen Traditionen der Zeit und des Ortes gibt. Die handschriftlichen Notenblätter aus der Zeit von 1730 bis 1900 wurden jetzt digitalisiert und stehen für wissenschaftliche Zwecke in fachlich ausgewiesenen Datenbanken zur Verfügung.

Zu dem umfangreichen Digitalisierungsprojekt findet am Montag, den 08. Oktober 2018 um 19.00 Uhr im Kloster Neuzelle im Refektorium ein Colloquium statt. Daran teilnehmen werden Hans-Gerd Happel (Europa-Universität Viadrina), Dr. Winfried Töpler (Bistum Görlitz), Ulf Preuß (FH Potsdam) sowie Alan Dergal Rautenberg (Projektleitung).

Im Auftrag Stiftung Stift Neuzelle wurde der gesamte Bestand des Notenarchivs unter der Leitung der Fachhochschule Potsdam sowie der Europauniversität Viadrina gescannt. Die Europa-Universität nimmt den digitalen Bestand in ihren Bibliothekskatalog als Sondersammelgebiet auf.

Für Aufführungen sind die Notenhandschriften heute nicht geeignet. Erst Abschriften oder Druckausgaben würden den Bestand auch für heutige Aufführungspraxis nutzbar machen. In der Erforschung des Bestandes als zeitgenössische Musikbibliothek sowie in der Notenedition seltener Werke liegen die Arbeitsgebiete für die Zukunft.

Die Maßnahme wird in dem Programm „Digitalisierung von Kulturgut“ des Landes Brandenburg gefördert.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig. 

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